„Feuer in einem Bürogebäude mit unbekannter auslaufender Flüssigkeit“
lautete die Einsatzdepesche für die Wehren der FF Bramfeld, FF Wellingsbüttel,
FF Barmbek sowie des Bereichsführers Alstertal :
Die ersten eintreffenden Einheiten fanden an der EST folgende Lage vor:
Auf einem Vordach befand sich eine Person und aus dem angrenzenden Bürolagergebäude
drang starker Rauch aus dem 1. OG. Aufgrund der Einsatzlage wurde die Einsatzstelle
von der FF Bramfeld mit dem LF 16/12 und TLF übernommen. Durch die Übungsleitung
wurde im Vorwege das Hydrantennetz auf dem Gelände präpariert, dieses
veranlasste die Übungszentrale dazu die Wasserversorgungskomponente durch
die FF Barmbek mit dem Schlauchwagen ausführen zulassen. Der Einsatzleiter
der FF Bramfeld leitete die Menschenrettung über eine dreiteilige Steckleiter
ein und veranlasste die Brandbekämpfung über das Treppenhaus. Die
eingesetzten PA /Trupps fanden im 1 OG verschlossene Eingangstüren vor,
die unter der Anwendung von feuerwehrtechnischer Türöffnung geöffnet
wurden. Im Rahmen der Befragung der geretteten Person vom Dach, erhielt der
ZF die Erkenntnis über zwei weitere vermisste Personen im 1. OG daraufhin
wurde die Lage auf
„Menschenleben in Gefahr" erhöht.
Zeitgleich wurde das unübersichtliche Betriebsgelände vom Bereichsführer
Alstertal erkundet und weitere Einsatzlagen vorgefunden.
In einer Autowerkstatt ragte ein PKW aus einer Fahrzeuggrube heraus. Unter dem
KFZ befand sich noch eine eingeklemmte Person. Dieses veranlasste den Bereichsführer
zur Alarmierung einer weiteren Freiw. Feuerwehr für die Schadenslage
„PKL
unter PKW".
Beim Eintreffen der FF Barmbek übernahm das LF nach einer kurzen Einweisung
durch den Bereichsführer, die eigenständige Abarbeitung der Einsatzstelle.
Eine Sicherung des Fahrzeuges mit den zugeordneten Schlauchwagen sowie die Vornahme
eines C – Rohres in Bereitstellung wurden veranlasst. Nach der Sicherung
des PKW wurde die Erstversorgung und Stabilisierung der Vitalfunktion sowie
die Rettung der verletzten Person durchgeführt.
Im Nachgang stellte sich folgender Unfallhergang für den Bereichsführer
da:
1. Ein Mitarbeiter stellte eine Rauchentwicklung aus dem 1.OG fest
2. Da diese Person von der Lagerung von Gefahrgutfässern in der Autowerkstatt
informiert war, wurden diese Fässer auf einer Palette mit einem Hubwagen
schnell ins Freie gezogen.
3. Die Person erkannte nicht, dass diese Palette mit den Fässern als sog.
Festpunkt für das Fahrzeug auf der Grube diente.
4. Dieses hatte zur Folge, dass die Stabilität des Fahrzeugs verloren ging
und das Fahrzeug in die Grube stürzte.
Nach Auffindung der Fässer auf dem Betriebsgelände wurde ersichtlich,
dass es sich um eine nicht definierbare Flüssigkeit mit Gefahrgutkennzeichnung
handelte die aus den umgestürzten Fässern austrat.
Die dafür vorgesehene Einheiten im Bereich Alstertal der FF Wellingsbüttel
mit TLF und DMF sowie die FF Bramfeld mit dem Erkunder wurden entsprechend der
Schadenslage „AUSLG“ alarmiert.
Nach Eintreffen der Dekon (FF Wellingsbüttel) sowie der Spür &
Messkomponente (FF. Bramfeld) wurden die notwendigen fachtechnischen Maßnahmen
durchgeführt und vorrangig eine weiträumige Absperrung der EST eingeleitet.
Hierbei stellte sich heraus, dass der für solch eine Schadenslage erforderliche
Kommunikationsaustausch zwischen dem Erkunder an der EST und der Übungszentrale
sehr erheblich war. Für die Erkundung der Flüssigkeit wurde die FF
Bramfeld unter Anwendung von CSA`s eingesetzt. Zeitgleich wurde eine DEKON –
Reinigungszone mit den notwendigen Reinigungszonen von der FF Wellingsbüttel
eingerichtet.
Im weiteren Gesamtübungsablauf wurden die Übungslagen von den drei
Einheiten eigenständig, entsprechend des vorgefundenen Schadensmuster,
abgearbeitet. Hinsichtlich der Organisation der Versorgung und Abtransport der
verletzten Personen wurde eine Verletztensammelstelle eingerichtet und durch
die FF Bramfeld geleitet.
Nach der Beendigung der Übung wurden von den jeweiligen Beobachtern die
Abläufe besprochen.
Sämtliche Übungsteilnehmer ( ca. 65 Personen ) wurden von der Übungsleitung
der FF Bramfeld zu einem gemeinsamen Mittagessen im Feuerwehrhaus der
FF Bramfeld eingeladen.
Dieses wurde dann auch als Kameradschaftspflege unter den Wehren genutzt und
gepflegt. Der Übungsleitung der FF Bramfeld - Oliver Wendt, Jan Jürgensen,
Sven Kasch und Kay Raschmann wurde durch den anwesenden DBERF O/N Andre Wronski
der Dank aller Beteiligten für die umfangreiche und anspruchsvolle Übung
ausgesprochen.

Gleichzeitig möchten wir uns für die zur Verfügungstellung des Übungsobjekts durch die HEW und für die Unterstützung der FuRw 23 , der LFS und insbesondere bei Bernd Eigenbrodt recht herzlich bedanken.
Beteiligte Einheiten und Fahrzeuge:
BERF Alstertal mit ELW
FF Bramfeld mit LF 16 / 12, TLF 16/25 und ACErkKw
FF Barmbek mit LF 16 und SW
FF Wellingsbüttel mit TLF 16 und DMF
Übungsleitung:
DBERF O/N mit ELW
FF Bramfeld mit DMF
F 23 mit RTW 23 K ( Eigenschutz )
FF Barmbek mit Verletztendarstellerinnen
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